Vereinsgeschichte

Abriss der Vereinsgeschichte des Polizeisportverein Leipzig e.V.
(Stand 16.11.2014)

Im Zusammenhang mit dem Wegfall der bisherigen Strukturen der ehemaligen DDR ergaben sich auch für den Sport gravierende Veränderungen. Die bisherigen 7 Sportgemeinschaften der Sportvereinigung Dynamo in Leipzig lösten sich auf und die rund 4500 bisherigen Mitglieder (in der Regel fast alle Angehörigen der Schutz – und Sicherheitsorgane in der Stadt Leipzig) gaben ihre Mitgliedschaft in der SV Dynamo auf.

Damit es auf dem Gebiet des Sports weiter gehen konnte, wurde am 13.06.1990 der Polizeisportverein gegründet, der bis jetzt der einzige Polizeisportverein Leipzig ist.
Viele Neuerungen mussten beachtet werden. Dazu gehörte u.a. die Ausarbeitung einer Satzung, die Antragstellungen an das Finanzamt, das Registergericht usw.
Mit der Registrierung des Vereins als eingetragener Verein im Vereinsregister des damaligen Kreisgerichtes Leipzig am 28.06.1990 wurde der Verein rechtsfähig.
Im Dezember 1990 wurde der Polizeisportverein Leipzig e.V. mit der Nummer 045 (jetzt 420045) Mitglied im ebenfalls neu gegründeten Landessportbund Sachsen e.V. und im Januar 1991 Mitglied des Stadtsportbundes Leipzig e.V.

Mit der Gründung des Vereins musste ein Vorstand gebildet werden. Als Vorstandsvorsitzender wurde Achim Scholz gewählt. Die Zusammensetzung des Vorstandes veränderte sich anfangs schnell. Manche gewählten Vorstandsmitglieder nahmen nur an 1-2 Sitzungen teil, andere fungierten nur im Auftrag ihrer Sportsektionen als „Beobachter“.
Langjährig tätige und verdienstvolle Vorstandsmitglieder waren jedoch nur Gerd Hölzer, Karla Albrecht, Helmut Pertzsch und Anneliese Mensch. Aber auch Ralf Semmler, der leider am 25.01.2011 verstarb.
Reiner Hartmann ist seit 1992 und Roswitha Löffler seit 2005 als Vorstandsmitglied ununterbrochen tätig. Der Vereinsvorstand verstärkte sich mit Marion Hartmann, Udo Krüger Torsten Kosuch, Falk Scheloske und besteht somit derzeit aus 7 Personen.

Der Verein hatte sich mit seiner Gründung die Aufgabe gestellt, das Wirken der damals bestehenden 15 Sportsektionen aufrecht zu erhalten und Sportinteressierte Bürgerinnen und Bürger für die Arbeit im Polizeisportverein zu gewinnen. Mit 1.114 Mitgliedern begann die Arbeit.
Völlig neue Anforderungen ergaben sich durch den Wegfall von Sportstätten des SV Dynamo, so dass sportliche Einrichtungen mühsam gesucht und angemietet werden mussten. Hinzu kam, dass die Polizeidienststellen aufgrund veränderter Rechtslage keinerlei finanzielle, personelle und materielle Unterstützung mehr geben durften. Als durch die Bevölkerung und andere Sportvereine wahrgenommene Nachfolger der SV Dynamo, hatten wir auch mit unserem Image so unsere Probleme.

Das Bild des Polizeisportvereins wandelte sich in den Jahren, die Mitgliederzahl verringerte sich dramatisch. Einige Sportabteilungen wie Boxen, Schach, Schwimmen, Radsport, Leichtathletik, Rhythmische Sportgymnastik, Volleyball und Tischtennis lösten sich auf, da insbesondere die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Tätigkeit rapide abnahm. Shokotan Karate und Ringen lösten sich im Verlaufe der 90 – er Jahre im gegenseitigen Einvernehmen vom Verein. Grund war z.B., dass die sportlichen Erfolge und Ambitionen der Abteilung Ringen zum Aufstieg in höhere Ligen vom Verein nicht mehr finanziell abgesichert werden konnten.
2001 hatte der Verein dann nur noch 304 Mitglieder.

Judo, Sportschießen, Orientierungslauf, Jiu Jitsu, Qwan Ki Do, Bujinkan Budo und 4 allgemeine Sportgruppen prägten dann das Bild des Vereins. Dazu kam in der zweiten Hälfte des neuen Jahrzehnts Aikido, Volleyball und später Kendo.
Damit konzentrierte sich der Verein auf kampfsportorientierte Sportarten und war und ist trotzdem offen für die Bildung weitere Sportabteilungen. Das führte jedoch auch dazu, dass es trotz zaghafter Versuche mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit nicht gelang, das Interesse der Medien und Sponsoren für die durch uns betriebenen Sportarten zu erringen.
Im Jahr 2001 gelang es, mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei und dem damaligen Staatlichen Liegenschaftsamt und jetzigen Staatsbetrieb Immobilien und Baumanagement Trainingszeiten in der ersten, für die Sächsische Polizei errichteten Sporthalle, zu erhalten, für die natürlich auch Nutzungsgebühren entrichtet werden mussten. Weitere 9 Sportstätten in der Stadt Leipzig mussten trotzdem angemietet werden.
Das Interesse und das Wohlwollen der Polizeidienststellen in Leipzig, die Tätigkeit des Polizeisportvereins im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu unterstützen, stiegen, hingen aber immer von Personen ab.
Der guten Unterstützung des Vereins durch die Bereitschaftspolizei Leipzig folgte 2005 die Polizeidirektion Leipzig mit der Unterzeichnung der 1. Kooperationsvereinbarung einer sächsischen Polizeidienststelle mit „ihrem“ ortsansässigen“ Polizeisportverein.

Besonders stolz waren und sind wir auf den hohen Kinder und Jugendanteil, der von 2004 bis 2009 stets über 37,5 % lag.
Dazu trugen auch die vielen und aufwendigen Trainingslager bei, die auch Kinder und Jugendliche der Abteilung Judo im Rahmen zweier Gruppenreisen bis nach Südafrika führten.
Großen Wert legen wir nach wie vor darauf, dass Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien bei uns Sport treiben können

Die Abteilung Judo entwickelte sich unter Leitung von Reiner Hartmann zur stärksten und erfolgreichsten Abteilung und wurde bis jetzt 13 Mal hintereinander Talentstützpunkt Judo des Landessportbundes Sachsen.
Die sportlichen Ergebnisse der Abteilung Sportschießen waren und sind zum Teil noch beachtenswert. Innere Auseinandersetzungen führten jedoch 2004 zur Abspaltung der 30 Großkaliberschützen vom Verein und auch dazu, dass uns der Status eines Talentstützpunktes Sportschießen ab 2008 nicht mehr verliehen wurde.
Die so genannten Asiatischen Kampfsportarten Jiu Jitsu, Bujinkan Budo und Qwan Ki Do wurden zu einer festen Größe im Verein und durch solche Sportler wie Christian Hoffmann, als Kapitän der Nationalmannschaft Qwan Ki Do und 5- fachen WM – Teilnehmer, auch international bekannt und angesehen. 2008 mussten wir mit der Sportart Aikido einen Neuanfang durchführen, da für den Verein völlig überraschend der damalige Abteilungsleiter mit 30 bisherigen Mitgliedern einen eigenen Verein gründete.
Orientierungslaufen, jahrelang unter dem leider verstorbenen Hartmut Geißler und seit 2006 unter der Leitung von Ute Pein sachsenweit erfolgreich tätig, hat uns aber 2012 mit einem Vereinswechsel überrascht.
Besonders „pflegeleicht“ für den Vorstand und engagiert treiben unsere gegenwärtigen 3 allgemeinen Sportgruppen in Sporthallen Fußball und Volleyball im Rahmen des Freizeit – und Erholungssports.

Der Basis der sportlichen Tätigkeit, den Übungsleitern, wurde systematisch größere Aufmerksamkeit gewidmet. Derzeit sind 47 lizenzierte Übungsleiter tätig.
Die rechtzeitige und fundierte Beantragung von Fördermitteln vom Freistaat Sachsen und von der Stadt Leipzig, die klare Bestimmung der „innerbetrieblichen“ Abläufe eines Mehrspartenvereins mit 11 Abteilungen und auch die kleineren und größeren Auseinandersetzungen hierzu, waren Tätigkeitsfelder des Vereinsvorstandes. Aber auch der mit Unterstützung der ARGE Leipzig erfolgte Einsatz von bisher 16 Vereinsmitgliedern im Rahmen von ABM/AGH, lohnte sich trotz hohem bürokratischen Aufwands.
Die Fertigung einer Vereinshomepage 2005 und 2013 und deren Aktualisierung 2014, die Schaffung einer Chronik mit der nachfolgenden Konzentrierung auf die Fertigung von bisher 9 Jahresrückblicken, der Kauf eines Vereins-Kfz 2006 und dessen Aufrechterhaltung der Verkehrs-und Betriebssicherheit, die Organisation von jährlichen Vereinsfesten und Maßnahmen mit Kindern und Jugendlichen, das Fest zum 20-jährigen Bestehens des Vereins, die Ausrichtung zweier Deutschen Meisterschaften im Qwan Ki Do, die jährliche und aufwendige Mitwirkung unserer Schützengilde bei der Messe Jagd, Angeln und Sportschießen, die Ausrichtung von Bezirkseinzelmeisterschaften im Judo und 2013 gemeinsam mit dem MDR die Ausrichtung des 36. ARD/ZDF-Volleyballturnier sowie die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Kendo standen und stehen im Focus der Vorstandsarbeit. Darüber hinaus wurde im Lernprozess mehr Wert auf eine umfassendere und eine effektivere Öffentlichkeitsarbeit gelegt.
Am 21.06.2008 konnten wir mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei unsere neue Geschäftsstelle beziehen, nachdem wir bisher in schon in 6 Räumen ein – und ausgezogen sind.
Eine besondere Würdigung erfuhr der Verein durch die Auszeichnung mit dem Jahrespokal des Stadtsportbundes Leipzig für die im Jahr 2006 erreichten Ergebnisse.
Auch wenn wir uns als Verein nach wie vor auf den Breitensport konzentrieren, sind wir doch stolz, dass die Frauenmannschaft der Abteilung Judo es bis zur Verbandsliga Judo und die Judomänner 2010 sogar den Aufstieg in die Regionalliga geschafft haben und auch 2014 einen 2. Platz belegten. Die Frauenmannschaften im Volleyball hatten sich seit Bildung der Abteilung im „Durchmarsch „ hoch gekämpft“ und vertraten uns bis 2013 in der Bezirksliga und zur Zeit in der Stadtliga. Besonders erfreut sind wir auch mit der Entwicklung unserer Abteilungen Jiu Jitsu und Qwan Ki Do.

Wir sind optimistisch, dass unser Verein auch in der kommenden Zeit die uns von unseren Mitgliedern gestellten Aufgaben erfüllt, obwohl es nicht einfach ist, sich in einer Stadt mit knapp 400 Sportvereinen zu behaupten.
Gegenwärtig bereiten wir uns auf das 25 – jährige Bestehen unseres Vereins im Jahr 2015 vor.

Der einzige Leipziger Polizeisportverein wurde 1990 gegründet